Vom Kirschbaum zum Meisterstück

Eichsfeldter Tageblatt vom 04.06.2015

 

Die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen ehrt ihren Handwerksnachwuchs

Vom Kirschbaum zum Meisterstück06-2015

Die Geehrten der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen.CR

 

Göttingen. Die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen hat zur „Ehrung der Besten“ in den Keller des Deutschen Theaters geladen.

Unter den 25 ausgezeichneten Handwerkern ist Tischler Martin Hoffmann. Als er vor fünf Jahren den Kirschbaum im Garten seines Elternhauses in Bühren gefällt habe, sei der Besuch der Meisterschule noch unklar gewesen. „Der Gedanke, etwas Spannendes und Neues zu lernen“ trieb den jungen Familienvater aber an. Inzwischen ist aus dem Familienholz sein Meisterstück, ein Flurmöbel geworden. „Der Meister eröffnet Möglichkeiten“, so Hoffmann.

Elektrotechniker Andreas Rielinger hat sich für den höchsten Abschluss im Handwerk entschieden, weil er „mehr erreichen“ will. Die Entwicklungsmöglichkeiten bei seinem Arbeitgeber, der EAM in Kassel, seien sehr groß, der Meistertitel hoch anerkannt.

„Der Fortschritt in der Technik“ war hingegen für Kraftfahrzeugtechniker Detlef Bartram der Beweggrund zum Meisterbrief. Und für den Kraftfahrzeugtechniker Alexsandr Cernov aus Russland war es ein Weg zur Integration.

  1. Landessieger nach der Feinwerkmechaniker-Ausbildung am II. Physikalischen Institut der Uni Göttingen ist Nils Frühholz. Aktuell steht die Fachhochschulreife, danach ein Maschinenbau-Studium an. Innungsbester ist Kfz-Mechatroniker Moritz Messerschmidt. Nach einem Unfall musste er sich neu orientieren, aber seinen Traum vom Meisterbrief und einem eigenen Betrieb will er sich „auf jeden Fall erfüllen“.

Eine Option zur Finanzierung wäre dabei das sogenannte „Meister-Bafög“ der N-Bank, bei dem es für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu 30 Prozent Zuschuss gibt. Ansonsten bleibt der klassische Weg: „Während der Gesellenzeit Erfahrungen sammeln und Rücklagen bilden“, erklärt Frölich. Die Anmeldezahlen für abendliche Meisterkurse seien „grundsätzlich eher rückläufig“, aber für alle Branchen sei es schwierig, Bewerber zu finden. Man stehe dadurch mit allen Branchen im Wettbewerb